Eine Dame und ein Herrn mit üppig dekorierten Kopfbedeckungen

Aktuelles und Presse

Zeitreise Hagen – das Steampunk-Event

Vor der historischen Fachwerkkulisse Museums flanieren die Liebhaber des Retrofuturismus. Lange Roben und Gehröcke, Korsetts und Zylinder, fantastische Bauten und skurrile Kunstwerke entführen in eine Zeit, die es so nie gegeben hat. Im hierzu passenden technikmusealen Ambiente mit Dampfmaschinen, historischen Transmissionen und Zahnrädern verbringen die Steampunks einen Ausflugstag. Sie flanieren, besichtigen, genießen und sind auch selbst Attraktionen.

Es gibt raschelnde Röcke, ausladende Hüte, abenteuerlustige Damen und Herren und ihre mechanischen Absonderlichkeiten. Aussteller und Händler bieten auf einem Markt exotische und sonderbare Dinge an: Ob Schmuck von Dampf-Design, Feines aus Nähwerkstatten, Edles vom Gold- und Silberschmied und so einiges Originelles aus dem Steampunk-Warenhaus und mehr wird ausgestellt. Wer möchte, geht ins „ Aetherangelegenheiten“ und holt sich einen Zeitreisepass! Das kleine stilgemäße musikalische Showprogramm mit Walking Acts und Gesang unterhält die Zeitreisenden.

Jeder Besucher kann mit auf Zeitreise gehen, auch ein Picknick und Decken mitbringen, geeignete Orte dafür sind die Wiesen, Bänke und auf dem oberen Platz. Wer mag, kann die leckeren, im Museum produzierten Waren, wie Brot, Würste, Schinken und andere Leckereien erwerben. Beim Entspannen im Biergarten schmeckt der grüne „Aether-Cocktail“ oder das in der museumseigenen Brauerei gebrautes Bier besonders gut.

Zusätzliche Parkmöglichkeiten befinden sich am Motodrom Hagen (Am Damm 1). Ein Shuttlebus fährt von 13 -18 Uhr zum Museumsparkplatz.

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Aktuelles und Presse

Kinderfest
Am Sonntag, 14. Juli, lädt das Freilichtmuseum zum kunterbunten Kinderfest ein.

Das abwechslungsreiche und spielerische Programm macht neugierig auf Handwerk und Technik.
Das Kinderfest bietet von 12 bis 17 Uhr viele tolle Angebote für Familien mit Kindern. Ob beim Papierschöpfen oder Nagelschmieden, beim Kerzendrehen oder Ponyreiten – Mitmachen und Ausprobieren ist die Devise.
Diesmal machen sogar einige regionale Handwerksbetriebe mit, denn 2019 ist das „Jahr der Ausbildung“ im Museum. „Wer will fleißige Handwerker sehen?“ heißen die Mitmachaktionen, wie richtige, kleine Blumenpressen aus Holz herstellen, Schmuck anfertigen, kleine Korbgegenstände flechten oder Stoffe mit Pflanzenfarben färben und bemalen. Wer als echter Handwerker fotografiert werden möchte geht ins Fotostudio vom Förderkreis, der auch das Kinderfest großzügig unterstützt. Dort findet jeder die passende Kleidung für sein eigenes Handwerkerfoto zum Mitnehmen.
„Spielen wie früher“ können die Kinder am Mäcki-Stand, wo Seilchen, Murmeln, Stelzen und andere klassische Draußen-Spielzeuge zum Mitspielen bereitliegen. Gleich nebenan verlockt die große Strohburg auch schon jüngere Kinder zum Krabbeln und Klettern. Zur Entspannung geht es in die Drahtzieherei, wo man gemütlich dem Märchenerzähler zuhören kann.
Besonders schön: für Kinder und Jugendliche bis einschließlich 17 Jahren ist der Eintritt generell frei!

Das Schaufelrad eines historischen Modellfrachtschiffes

Aktuelles und Presse

Am Sonntag (30.6.) treffen sich Schiff-, Flugzeug-, Auto- und Kartonmodellbauer und ihre Fans im Freilichtmuseum

Die unterschiedlichen Modelle werden an verschiedenen Plätzen im unteren und mittleren Museumsbereich entlang der Wege, in und an den historischen Fachwerkgebäuden ebenso zu sehen sein wie auf den Teichen im Museumsgelände oder in der Luft darüber.

Funktionstüchtige Modelle zu bauen, ist eine anspruchsvolle Freizeitbeschäftigung, die viel technisches Verständnis und handwerkliches Geschick verlangt - Modellbauer stecken viel Aufwand in ihre Modelle. An manchen Modellen wird drei bis vier Jahre gebaut, oft mit der Lupe, um die winzigen Details so „echt“ wie möglich nachzubilden. Viele Schiffsmodelle entfalten ihre Wirkung besonders durch die liebevolle Detailarbeit, der Auto- und Flugzeugmodellbau ist mehr eine technische Herausforderung. Neben der Detailtreue ist für die Flugmodelle eine herstellbare, genügend stabile und funktionstüchtige Leichtbaukonstruktion gefragt. Die Modellbauer fachsimpeln gerne mit den Museumsbesuchern über ihre mitgebrachten Segelflugzeuge, Hubschrauber, Kopter, Crawler, Dampf- und Rennboote, Kartonmodelle, Panoramen, Straßenbahnen, Auto- und LKW-Modelle.

Eine kleine Dampfeisenbahn aus dem Technikmuseum Freudenberg dreht auch ihre Runden und lädt kleine und große Besucher zum Mitfahren ein.

Die museumseigene Messinggießerei ist auch in Betrieb. Dort werden kleine Metallmodelle aus Sandformen hergestellt. Mit fachmännischer Unterstützung wird in diese Sandformen hinein flüssiges Metall gegossen und so die Gussteile gefertigt. Anschließend können die Besucher diese kleinen Werkstücke als Erinnerung mit nach Hause nehmen.

Zusätzlich zu der Rennwagenausstellung lockt ein Wettbewerb, bei dem Jungen und Mädchen mitmachen können. Dem jeweils besten Mädchen und Jungen winkt als Gewinn neben Pokalen die Teilnahme bei dem Tamiya-Endausscheidungsrennen in Sonneberg.  Teilnehmen werden u.a. Modellbauclubs aus Iserlohn, Dortmund, Köln, Schwelm, Mini-Truck Club-Recklinghausen, Duisburg, Witten, Schwerte, Waltrop, das Westfalia-Team und verschiedene mehr.

Und wie an jedem Tag sind auch an diesem Tag die historischen Museumswerkstätten in Betrieb.

Individuelle Teilnehmer aus ganz NRW können sich noch kurzfristig anmelden unter: 02331 7807113 oder per Email: uta.wenning-kuschel@lwl.org

 Impressionen vom Modellbautag sehen Sie in diesen Film.

Hellblaue Blüten  vor  einem Fachwerkhaus

Aktuelles und Presse

„Querbeet“

 bietet Hobbygärtnern und Naturfreunden alles rund um das Thema Garten: Am 1. und 2. Juni gibt es viele Anregungen, Ideen und Tipps rund um das Thema Pflanzen und Garten. „Querbeet“ präsentiert rund 40 Aussteller mit Blumen, Pflanzen, Inspirationen und Dekorationen für drinnen und draußen..

Das LWL-Freilichtmuseum Hagen lädt natur- und garteninteressierte Besucher zu einem Spaziergang ein, vorbei an blühenden Pflanzen, Gartenaccessoires, Handwerkskunst, kulinarischen Spezialitäten und dezenter Klaviermusik auf der Restaurantterrasse.

Am Samstag, 1. Juni bietet der Workshop "Mähen mit der Sense" am Sensenhammer von 10 bis 14 Uhr die Gelegenheit, Mähen zu lernen. Dazu bitte anmelden (Tel.: 02331 7807-0), Kurskosten 40€ .

Garten- und Landschaftsbau

Wer seinen Garten in einen Ort zum Entspannen und Wohlfühlen verwandeln möchte, findet dazu bei den Fachleuten vom Garten- und Landschaftsbau Ideen und Anregungen. Mit der Auswahl an heimischen Pflanzenarten und Pflanzenspezialitäten wie z. B. Lilien, Zwerggehölzen oder Bonsai aber auch Tomaten und Kräuter zeigen die Gärtnereien und deren Experten mit dem „grünen Daumen“ wie Wünsche nach einem Kräutergarten, einem schattigen Plätzchen unter einem Apfelbaum oder die Blütenpracht in einem Staudengarten wahr werden. Auch der Bezirksverband der Hagener Kleingärtner beantwortet viele Fragen rund um den privaten Gartenbau, gibt Tipps zum Schneiden und Veredeln von Obstbäumen und erklärt, wofür Wildkräuter gut geeignet sind.

Keramik und Kunsthandwerk

Zinkwanne oder Feuertonne, Windlicht oder Rosenstab – sind ebenfalls Dinge, mit denen sich Garten und Balkon vielfältig gestalten lassen. Akzente für Drinnen und Draußen – die Querbeet-Aussteller mit ihrem Angebot an Keramik sowie dekorativen und textilen Gartenaccessoires beraten die Besucher gerne.

Kulinarisches und Unterhaltung

Das Restaurant Museumsterrassen bietet regionale Gerichte, Erdbeerkuchen und sommerliche Cocktails an. Am diesem Wochenende unterhält ein Saxophonist die Besucher bei ihrem Querbeet-Rundgang mit dezenter Loungemusik.

Bäckerlehrlinge im Jahr 1952 auf einem Ausflug mit der Berufsschule.

Aktuelles und Presse

"Stift, Lehrling, Azubi - Ausbildung "Stift, Lehrling, Azubi - Ausbildung von 1945 bis heute" (02.06. - 31.10.) von 1945 bis heute" (02.06. - 31.10.)

Die Sonderausstellung beleuchtet den Weg von der Berufsfindung bis zum Abschluss der Gesellenprüfung. Aber nicht nur das, sondern auch aktuelle Fragen rund um die Ausbildung in Handwerk und Gewerbe sind Thema.

Die öffentliche Diskussion um das Thema Ausbildung wird insbesondere für Handwerksberufe sehr lebhaft geführt. Es geht um Prestige, Bezahlung, schmutzige Hände und Zukunftschancen. "Das LWL-Freilichtmuseum Hagen widmet sich so intensiv wie kein anderes Museum in Deutschland der Geschichte von Handwerk und Technik. Daher greift es erstmals diesen wichtigen Abschnitt im Berufsleben auf und präsentiert ihn in einer Ausstellung. Es sieht sich als Landesmuseum in der Pflicht, nicht nur den Blick in die Vergangenheit zu richten, sondern darüber hinaus einen Beitrag zu zeitgenössischen und hochaktuellen gesellschaftlichen Diskussionen zu leisten", betont LWL-Direktor Matthias Löb.

Berthold Schröder, Präsident der Handwerkskammer Dortmund, sagt dazu: "Das LWL-Freilichtmuseum Hagen leistet mit seiner Forschungsarbeit einen wichtigen Beitrag zur Bewahrung von Handwerksgeschichte und -techniken und zeigt dabei, wie sich unser Wirtschaftsbereich über Dekaden als Innovationstreiber erwiesen hat." Und sein Amtskollege Willy Hesse, Präsident der Handwerkskammer Südwestfalen, fügt hinzu: "Seit vielen Jahren unterstützen wir gern die Arbeit des LWL-Freilichtmuseums, das mit seinen Ausstellungen wichtige Beiträge so-wohl im Rahmen der Handwerksforschung leistet, als auch das Handwerk ins Bewusstsein der Besucher rückt."

"Wichtig ist, dass eine gute Ausbildung die Basis für ein gelingendes Arbeitsleben ist", so Löb beim Pressetermin vor Eröffnung der Ausstellung, "auch für den Landschaftsverband ist es selbstverständlich auszubilden". Dennoch fehle inzwischen der Nachwuchs an Fachkräften.

"Bezeichnend für das aktuelle Phänomen ist ein großflächiger Bedarf an Fachkräften, der sich über nahezu alle Branchen im Handwerk spannt", erläutert Schröder, "das ist eine brisante Entwicklung, denn der Fachkräftemangel gefährdet mittlerweile den Betriebsbestand im Hand-werk".

"Wenn das Handwerk wieder mehr Wertschätzung erfährt, und dazu tragen solche Ausstellungen bei, können wir dem Trend zum Studium noch mehr entgegensetzen und den aktuellen wie künftigen Fachkräftemangel, den es vergleichbar so nur in den ersten Nachkriegsjahren gegeben hatte, wirksam bekämpfen", ergänzt Hesse.

Ausgangspunkt der Ausstellung im Freilichtmuseum Hagen sind persönliche Objekte von Handwerkerinnen und Handwerkern verschiedener Generationen und Gewerbe. Die Kontakte entstanden durch Aufrufe und durch die Unterstützung der westfälischen Handwerkskammern, Innungen, der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer (SIHK) und des Deutschen Handwerkerblatts. Hinzu kommen persönliche Geschichten, die Aspekte der Ausbildung lebendig und anschaulich machen: In "Ich werde Schneiderin oder nix!" erzählt beispielsweise eine Herrenschneiderin aus Hagen-Hohenlimburg über ihre Berufswahl.

In jeder Generation stehen junge Menschen gegen Ende ihrer Schulzeit vor der grundlegenden Entscheidung: Welchen beruflichen Weg soll ich einschlagen? Ist die Ausbildung im Handwerk eine Option? Die Entscheidung liegt nicht allein bei den Jugendlichen, sondern ist geprägt von familiären, wirtschaftlichen, sozialen und politischen Rahmenbedingungen. Seit den 1950er-Jahren wurden viele Informations- und Beratungsangebote entwickelt, um einen passenden Beruf zu finden.

So folgt die Ausstellung inhaltlich dem Weg von den ersten Überlegungen zur Berufswahl bis zur feierlichen Verleihung des Gesellenbriefes. "Ein schönes Beispiel ist das des Buchbindermeister aus Münster, der seinem Enkel zur Geburt eine Kinderschürze schenkte, im typischen Grün der Buchbinderschürzen. Der Großvater hoffte, dass der Kleine später ebenfalls Buchbinder würde", erzählt die stellvertretende Museumsleiterin Dr. Anke Hufschmidt. "16 Jahre später ging sein Wunsch tatsächlich in Erfüllung. Er bekam die Schürze mit einem Bewerbungsschreiben von seinem Enkel unter den Weihnachtsbaum gelegt."

Die liebevoll aufbewahrten Gesellenstücke veranschaulichen die unterschiedlichen Aspekte der Berufsausbildung. Da ist das erste eigene Werkzeug, die Haarschneideschere einer Friseurmeistern aus Bielefeld oder die Berichtshefte der Lehrzeit eines Orthopädiemechanikers aus Iserlohn.

 

Die privaten Objekte zeigen die wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Veränderungen, die seit dem Zweiten Weltkrieg abwechselnd vom Lehrlings- oder Lehrstellenmangel geprägt wurden. Die unterschiedlichen Diskussionen um die Verbesserung der Ausbildung in den 1960er-Jahren wird genauso thematisiert, wie persönliche Stolpersteine, die zum Abbruch einer Ausbildung geführt haben. "Die Ausbildung im Handwerk ist ein Spiegel der technischen und gesellschaftlichen Veränderungen unserer Branche. In den letzten Jahren machen sich vor allem die großen Umwälzungen bemerkbar, die mit der Digitalisierung in das Handwerk eingezogen sind", sagt Schröder.

Diskussionen und Auseinandersetzungen zwischen Handwerkskammern, Betrieben, Auszubildenden und ihren Vertretungen führten in den 1980er Jahren zum dualen Ausbildungssystems. Die duale Ausbildung ist die weltweit einmalige Verbindung von paralleler praktischer und theoretischer Ausbildung in Betrieb und Fachschule. Die Ausstellung zeigt auch die schulische Seite dieses Erfolgsmodells und die Veränderungen in den Berufs- und Fachschulen oder in den Berufsbildungszentren. "Die Ausbildung im Handwerk legt ein berufliches Lebensfundament, das schon immer viele Chancen eröffnete - heute sogar bis hin zum Studium. Diese Spannbreite gab es früher nicht und das zeigt, dass das Handwerk moderne und zukunftsorientierte Ausbildung leistet", so Hesse.

"Hands on"/Aktivitäten in der Ausstellung:

In der Ausstellung haben die Besucher die Möglichkeit wie früher in historischen Medien, wie Kalendern und Fachzeitschriften, und auch Recherche mit modernen Medien, speziellen Apps und im Internet nach einem passenden Beruf zu suchen.

Schriftliche Bewerbungen waren lange Zeit nicht üblich, der persönliche Kontakt war meist und ist auch heute oft entscheidend für die Aufnahme in ein Ausbildungsverhältnis. Wenn es zum Bewerbungsgespräch kommt - was zieht man dann an? Spielerisch lässt sich das richtige Outfit für Sie und Ihn an einer Mitmachstation ausprobieren.

Und wenn es endlich geklappt hat und der ersehnte Lehrvertrag unterschrieben ist - auch in der Ausstellung zu sehen - stellt sich die Frage: Welche Rechte und Pflichten haben Azubis und Ausbildende? Dieses etwas trockene Thema können die Besucher experimentell an einer "Rechte und Pflichten-Waage" ausprobieren.

Mit den persönlichen Geschichten und an den zahlreichen Mitmachstationen bietet die Ausstellung Orientierungspunkte für jüngere Menschen und Erinnerungsmomente für die ältere Generation. So können Jung und Alt ausprobieren: eigne ich mich für einen handwerklichen Beruf? Oder die Besucher prüfen ihr Farbsehvermögen, testen ihre Geduld oder ihre Feinmotorik. Wie steht einem die traditionelle Kleidung des Dachdeckerhandwerks? Das spezielle Outfit lässt sich an einer Selfie-Station überprüfen und anschauen.

Am Ende eines Rundganges durch die Ausstellung steht das "Spiel des Berufslebens". Dieses Spiel eröffnet Einblicke in mögliche Berufs- und Lebenswege nach der Ausbildung und den sehr unterschiedlichen beruflichen Möglichkeiten. Bei der Familienrallye entdeckt die Familie gemeinsam die Ausstellung und besteht mit Hilfe der Museumskatze "Mäcki" eine "Gesellenprüfung" im Museumsentdecker-Handwerk. Die Rallyeaufgaben sind an der Kasse und im Museumsshop erhältlich.

Ebenso gibt es dort eine Ausstellungspublikation mit 48 Seiten, zahlreichen Abbildungen. Sie ist im Format DIN-A-4 und ist wie ein Lehrlingsberichtsheft gestaltet.

Die Museumspädagogen haben zur Ausstellung verschiedene thematisch passende Ferienprogramme und Führungen entwickelt.

Alte Trecker stehen in einer Reihe vor Fachwerkhäusern

Aktuelles und Presse

Bulldog und Co. erobern am 1. Mai das LWL-Freilichtmuseum Hagen

Fast 250 historische Ackerschlepper, Dieselrösser, Bulldogs und Unimogs, treffen sich am Dienstag, 1. Mai, dem Tag der Arbeit im Hagener Freilichtmuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL).

Durch das gesamte LWL-Freilichtmuseum tuckern die alten Traktoren der verschiedenen Hersteller. „Die Freunde alter Schlepper kommen hier voll auf ihre Kosten. Es werden bekannte Namen wie H. Lanz, Hanomag, Porsche, MAN, Deutz und Unimog vertreten sein. Aber auch unbekanntere Marken wie der Bautz, der seit 1969 zu Claas gehört, Hürlimann aus der Schweiz und ein Holder-Traktor bekannt vor allem für seinen Einsatz im Wein- und Obstanbau stellen sich vor“, verspricht Wolfgang Theuer, erster Vorsitzender der H. Lanz-Freunde Ruhrgebiet e.V. .

Für Besucher gibt es Gelegenheiten zum Fachsimpeln und Schauen. Die Treckerbesitzer erzählen gerne von ihren Modellen, wie sie ihren Trecker restauriert haben und in Schuss halten. Höhepunkt des Tages ist um 15 Uhr die Präsentation.  Viele Traktoren fahren dazu einzeln vor, der Fachmann Hermann von Grebe präsentiert sie und erklärt die jeweiligen Besonderheiten des Modells. So erfahren die Besucher  viele Details über die verschiedenen Traktortypen, Bauarten und so manche Anekdote.

Auch die praktische Arbeit mit Maschinen kommt beim Treckertreffen nicht zu kurz. Ein Traktorist bringt Arbeitsgeräte aus seinem heimischen Maschinenpark mit: Auf dem Platz vor der Gelbgießerei werden Holzstämme mit unterschiedlichen Geräten bearbeitet. Der  Antrieb eines Treckers setzt Maschinen in Gang, zum Beispiel einen Holzspalter oder eine Säge.

Technikgeschichte:

Bekannt unter den Trecker-Oldtimern ist die Marke H. Lanz. Die Firma Heinrich Lanz Aktiengesellschaft mit ihrem Stammsitz in Mannheim beschäftigte sich seit den 1880er Jahren mit Landmaschinentechnik und entwickelte eine motorgetriebene Maschine, die die Lokomobile ablöste, die damals die Dreschwerke in der Landwirtschaft betrieben. 1921 kam H. Lanz als erstes Unternehmen der Welt mit einem Rohölschlepper auf den Markt, dem legendären „Lanz-Bulldog“. Den kuriosen Namen bekam er durch die Ähnlichkeit mit dem Gesicht eine Bulldogge. Die ersten Lanz-Bulldogs hatten acht oder zwölf PS, später stockte man die Motoren bis 55 PS auf. Insgesamt wurden bis in die 1950er Jahre 25.000 Stück gebaut. 1967 wurde Lanz von John Deere übernommen.

„Immer wieder beeindruckend sind die genial einfach gebauten Maschinen, basierend auf einem Ein-Zylinder-Prinzip mit einem Glühkopfmotor. Das war ideal für die Landwirtschaft. Sie waren so konstruiert, dass sie früher in einfachen Dorfschmieden oder vom Bauern selbst mit Hammer und Meißel repariert werden konnten“, erklärt Bulldogbesitzer Wolfgang Theuer. „Ein weiterer Vorteil des Bulldogs lag darin, dass er zuverlässiger als die empfindlichen benzingetriebenen Ackerschlepper war mit ihrem explosionsgefährdetem Treibstoff. Denn Dieselantrieb gab es zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch nicht, und der Bulldog fuhr mit billigem Rohöl“.

Eine Ergänzung zum Treckertreffen bietet die Museumsbrauerei, die ihr Kellerbier anbietet und an diesem Tag einen neuen Sud braut.

Wie immer sind auch am 1. Mai viele der Museumswerkstätten in Betrieb und alle  Handwerker freuen sich auf die interessierten Besucher, um ihnen ihre Arbeit „live“ vorzuführen.