check-circle Created with Sketch. Transkript anzeigen Abspielen Pausieren

17.07. - 31.10. Wettbewerbsarbeiten von Nachwuchsgoldschmied:innen

 

 

 

Einschnitt Ausstellung Junge Cellinis

Sonderausstellung „Einschnitt“

Der Wettbewerb „Junge Cellinis“ richtet sich an Auszubildende und Gesell:innen des ersten Gesellenjahrs. Trotz der widrigen Pandemieumstände und mehrfacher Verschiebungen erreichten rund 60 Arbeiten zum gestellten Thema „Einschnitt“ die Jury. Einschnitte gab es in den vergangenen zwei Jahren genug. Als das Thema „Einschnitt“ gestellt wurde, dachte die Jury daher vor allem an die Einschnitte, die mit der Pandemie gerade für junge Menschen einhergingen. Aber die Teilnehmer:innen fassten das Thema viel weiter: Sie schufen Schmuckstücke zu Einschnitten im persönlichen Leben, zu historischen Ereignissen, die als Einschnitt gelten können und zu Einschnitten in Form von Umweltkatastrophen.

Mit der „schmucken“ Ausstellungen im Goldschmiedehaus schlägt das Freilichtmuseum auch die Brücke zum aktuellen, modernen Handwerk.

Organisiert wird der Wettbewerb „Junge Cellinis“, dessen Name an den 1500 in Florenz geborenen Benvenuto Cellini erinnert, einem der bekanntesten Goldschmiede der Renaissance, durch den „Zentralverband der Deutschen Goldschmiede, Silberschmiede und Juweliere e.V.“ Seit 2006 existiert dieser Nachwuchswettbewerb, der alle zwei Jahre stattfindet. Es ist fast schon eine Tradition, dass das LWL-Freilichtmuseum Hagen dann die Wettbewerbsobjekte regelmäßig in einer Ausstellung präsentiert.

Bis zum 31. Oktoberzeigt das LWL-Freilichtmuseum Hagen die Ausstellung „Einschnitt“ im Goldschmiedehaus auf dem oberen Platz.

17.05 - 31.10.Handwerk hat doppelten Boden

Karikaturen und Cartoons von Meisterhand

Cartoon: Mario Lars/Galerie Komische Meister

Gutes Handwerk macht glücklich!

Wir brauchen es täglich. Und die Freude ist groß, wenn alles wie am Schnürchen läuft. Doch Handwerkerinnen und Handwerker scheinen eine aussterbende Art zu sein. Sie sind mancherorts seltener geworden als der Luchs oder die Mopsfledermaus. Die Baufirma lässt die Kundschaft trocken wissen: „Niemand hat die Absicht, Ihre Mauer zu errichten.“ Viele Menschen beten sogar, es möge ein Meister vom Himmel fallen, doch am Ende fällt er nur von der Leiter.

Das LWL-Freilichtmuseum Hagen und die Galerie Komische Meister Dresden helfen deshalb tatkräftig mit, das goldene Handwerk zu retten. Mit der Sonderausstellung „Handwerk hat doppelten Boden“ widmet sich das Museum in der Sonderausstellung 2022 und dem Katalog einer ganz besonderen Gattung bildlicher Darstellungen: Karikaturen aus der „Jetztzeit“.

Gut 40 Karikaturistinnen und Karikaturisten aus ganz Deutschland nehmen mit über 100 ausgezeichneten Arbeiten daran teil. Sie zeigen die heitere Sicht auf das Handwerk, vom Bäcker und Dachdecker über Elektriker und Fliesenleger bis zum Metzger und Schuster. Sie spötteln, kommentieren, kritisieren und treffen vor allem den Nagel auf den Kopf. Die Künstlerinnen und Künstler pflegen übrigens selbst ein traditionelles Handwerk, ihre Werkzeuge sind Stifte, Papier und Laptop, ihr Produkt ist eine treffende Pointe.

Der Besuch der Ausstellung lohnt sich doppelt. Zum einen bereiten die Karikaturen großen Spaß, zum anderen entscheiden Sie über das beste Meisterstück. Den ersten Platz gewinnt die Zeichnung, die am Ende die meisten Stimmen erhält. Bis zum 9. Oktober 2022 können Sie vor Ort abstimmen, welche Karikatur das Thema am besten trifft.

Das fliegende Schneiderlein

Und das ist noch nicht alles! Den Auftakt zur großen Ausstellung machen historische Karikaturen zu Handwerk und Technik aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert, die in der Gelbgießerei präsentiert werden. Wenn Sie sehen möchten, wie früher zum Beispiel über Schneider gespottet wurde oder was eine Prügelmaschine ist, dann sind Sie hier genau richtig.

Mit der Familienrallye, die kostenfrei an der Kasse erhältlich ist, gehen Sie auf eine humorvolle Entdeckungstour durch das Museum und die Ausstellungen.

1.4.-3.7.Kostbarkeiten sicher verwahrt

Eine Ausstellung des Deutschen Messingmuseums für angewandte Kunst, Krefeld, im Goldschmiedehaus

Eine Messingdose mit Ornamenten

Glänzend wie Gold

erscheinen die rund 100 Dosen und Behälter aus Messing aus dem Deutschen Messingmuseum für angewandte Kunst in Krefeld. Die Behältnisse entstanden in der Zeit vom Ende des 18. bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts. In diesem Sommer sind diese Glanzstücke im Goldschmiedehaus des Hagener LWL-Freilichtmuseums ausgestellt.

Messing als Material für Hausrat und private Dinge waren bis ins 20. Jahrhundert in wohlhabenden adligen und bürgerlichen Häusern beliebt. Auch wenn Messing inzwischen aus der Mode gekommen ist – es ist immer noch schön anzusehen!

Aus Messing entstanden funktionale sowie dekorative Gegenstände. Es ist im Vergleich zu anderen Metallen relativ preiswert, lässt sich einfach verarbeiten und „macht etwas her“: Schon auf den ersten Blick besticht der goldige Glanz der Dosen und Behälter. Natürlich war die Imitation des wertvollen Edelmetalls beabsichtigt. So wurden Dosen in vielen Formen für die unterschiedlichsten Aufbewahrungsmöglichkeiten hergestellt. Das breite Spektrum reicht von Behältern für Bargeld, Fischwürmern bis zu Tabak, Tee und Zucker.

An den Dosen lassen sich auch historische soziale Entwicklungen ablesen. Zum Beispiel zeigen die verschließbaren Zuckerdosen an, dass Zucker bis in das 19. Jahrhundert Luxus war.

Die Ausstellung informiert auch zu den Herstellungstechniken. Dosen und Behälter wurden zunächst von „Gürtlern“ hergestellt, die hauptsächlich Gürtelschnallen produzierten. Gürtler beherrschten viele Techniken, um Messing zu kunstvoll zu formen. Messing ist eine Legierung aus Kupfer und Zink und daher geschmeidig und dehnbar. Sogar in kaltem Zustand lässt es sich schmieden, treiben, drücken und pressen. Darüber hinaus ist es in heißem Zustand zum Gießen geeignet. Außerdem falzten, bördelten, nieteten und löteten die Gürtler, um einzelne Teile zu verbinden. Durch den letzten Arbeitsgang, dem Polieren, entsteht der strahlende Glanz.

Ein Zentrum der deutschen Messingverarbeitung war Iserlohn, das für die Produktion von Tabakdosen berühmt war. Weitere wichtige Zentren bildeten Aachen, Braunschweig und Nürnberg sowie Dinant in Belgien.

Unser Tipp: Vor dem Besuch dieser Ausstellung im Goldschmiedehaus lohnt es sich, die Werkstätten der Messingstampfe und der Gelbgießerei im unteren Museumsbereich zu besichtigen. Beide Betriebe stammen aus Iserlohn und in beiden wurde Messing verarbeitet.

Bildnachweis: Deutsches Messingmuseum für angewandte Kunst, Krefeld