Sonderausstellungen

Das LWL-Freilichtmuseum Hagen zeigt zusätzlich zu seinen Werkstätten und Dauerausstellungen in jedem Jahr verschiedene Sonderausstellungen.

Aktuelle Sonderausstellungen

Albert Renger-Patzsch

Fotografien für die Tischlerwerkstätten Dickerhoff
Ausstellung in der Gelbgießerei, 1.4. bis 31.10.2019

Albert Renger-Patzsch (1897–1966) ist bekannt für seine sachlich-dokumentarischen Fotografien von Industriebauten und Gegenständen sowie Naturaufnahmen. Weniger bekannt sind seine Auftragsarbeiten für den Bochumer Tischlermeister Josef Dickerhoff, mit dem er in engerem Kontakt stand. Der Zeitgenosse der Bauhaus-Bewegung fertigte in den 1930er- und 1950er-Jahren zahlreiche Fotografien von Möbel und Inneneinrichtungen zu Werbezwecken an, die die renommierte Tischlerei Werkstätten Dickerhoff in Broschüren und Zeitschriften veröffentlichte. Die Aufnahmen sind Ausdruck der für Renger-Patzsch typischen Prinzipien der Neuen Sachlichkeit, hier eingesetzt für die Wiedergabe hochwertiger Tischlerarbeiten.

Schwarz-weiß-Fotografie eines Wohnzimmers im Stil der 1950er Jahre. Foto: Albert Renger-Patzsch

WasserEisenLand

zu Gast im LWL-Freilichtmuseum Hagen
Ausstellung im Museumsgelände, 9.4. bis 23.6.2019

Die Ausstellung im Freigelände des Museums stellt die wichtigsten Stationen des industriekulturellen Netzwerkes WasserEisenLand (WEL) vor, in dem das LWL-Freilichtmuseum Hagen Mitglied ist. WEL verbindet technikgeschichtlich bedeutsame Orte in im Sauerland, im Siegerland-Wittgenstein und in der Märkischen Region. Der Wald-, Wasser- und Erzreichtum dieser Mittelgebirgslandschaft begünstigte die Entwicklung einer einzigartigen Gewerbelandschaft, an die heute noch zum Beispiel Bergwerke, Eisenhütten, Drahtziehereien, Besteck- und Nadelfabriken, Schmiedehämmer, Blechwalzwerke und Gießereien sowie Museumseisenbahnen erinnern. Über 50 originale Schauplätze sind in WEL zusammengeschlossen und können besichtigt werden.

Imposantes altes Gebäude

Stift, Lehrling, Azubi

Ausbildung 1945 bis heute
Ausstellung im Sonderausstellungsgebäude: 2.6. bis 31.10.2019

Die öffentliche Diskussion um das Thema Ausbildung wird insbesondere für Handwerksberufe sehr lebhaft geführt. Es geht um Prestige, Bezahlung, schmutzige Hände und Zukunftschancen. Ein sehr aktuelles Thema, zu dem das LWL-Freilichtmuseum Hagen eine Ausstellung beiträgt. Sie beleuchtet den Weg von der Berufsfindung bis zum Abschluss der Gesellenprüfung zwischen 1945 und heute und berührt dabei auch Gegenwartsfragen.

Ausgangspunkt sind die Ausbildungsgeschichten von Handwerkerinnen und Handwerkern verschiedener Generationen und Gewerbe. Aufschlussreiche Objekte aus der Ausbildungszeit veranschaulichen diesen besonderen persönlichkeitsbildenden Lebensabschnitt. Sie stehen zugleich für eine wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung, die seit dem Zweiten Weltkrieg abwechselnd von Lehrlings- oder Lehrstellenmangel geprägt wurde. In diesem Zeitraum veränderten sich die Anforderungen an eine fachgerechte Ausbildung.

Die Ausstellung bietet mit zahlreichen Mitmachstationen sowohl Orientierungspunkte für jüngere Menschen als auch Erinnerungsmomente für ältere Generationen.

Ein orangenes Hörgerät aus den 70er Jahren. Foto: Heike Wippermann

Dual!

Theorie und Praxis in der Goldschmiedeausbildung
Ausstellung im Goldschmiedehaus, 16.6. bis 31.10. 2019

Die Ausstellung im Goldschmiedehaus ist ein „Satellit“ zu der großen Sonderausstellung in diesem Jahr. Sie beleuchtet am Beispiel eines Berufs – der Goldschmiedin bzw. des Goldschmiedes – die gegenwärtige theoretische und praktische Ausbildung mit einem Schwerpunkt auf den schulischen Aktivitäten. Sie vertieft damit beispielhaft das konkrete Zusammenwirken von betrieblicher und schulischer Ausbildung im Handwerk und gewährt damit Einblicke in das duale System im Handwerk, das weltweit Vorbildcharakter hat. Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen die Ergebnisse der sogenannten Werkstattwochen, in denen bestimmte Themenstellungen von der Planung bis zur konkreten Ausführung von Goldschmiedeauszubildenden bearbeitet werden. Die präsentierten Arbeiten eignen sich besonders gut, zu verdeutlichen, welche grundlegende Techniken in der Ausbildung erlernt werden müssen und welche theoretischen Kenntnisse dazu Voraussetzung sind.

Die Präsentation entsteht in Kooperation mit dem BKO [Berufskolleg Ost] Essen.

Eine Reihe Brieföffner mit hölzernen Griffen. Arbeiten aus den Werkstattwochen des Berufskolleg Ost der Stadt Essen. Foto: Christoph Kortenbruck